Gemeinschaftspraxis Dr. Koschnitzki & Dr. Jablonski
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Rückenschmerzen:
Was ist die Ursache?

Als Ursache für Rückenschmerzen kommen ganz unterschiedliche Möglichkeiten in Frage, z.B.:

Dysfunktion
(Blockade der Wirbelsäule oder des ISG)

Liegt bei Ihnen z.B. eine Blockade der Wirbelsäule oder des Iliosacralgelenks (ISG) vor, so lässt sich dieses funktionelle Beschwerdebild durch Manuelle Therapie, Chirotherapie oder Osteopathie in Kombination mit lokaler Wärme und ggf. Schmerzmitteln gut behandeln. Sind die Schmerzen und Muskelverspannungen sehr hartnäckig, helfen zusätzlich klassische Therapieverfahren wie: Therapeutische Lokalanästhesie (TLA), Streckbehandlungen, Mikrowellen-, Wärmebestrahlung und Elektrotherapie.

Bandscheibenprotrusion
(Bandscheibenvorwölbung)

Als strukturelle Ursache kann beispielsweise schon eine einfache Bandscheibenvorwölbung durch Druck auf das hintere Längsband der Wirbelsäule starke Schmerzen hervorrufen.

Nervenwurzelkompressionssyndrom
(„Ischias“)

Im Rahmen einer Nervenwurzelkompression kann auch eine Lähmung des Kennmuskels dieser Nervenwurzel entstehen. Am häufigsten sind die Nervenwurzeln L5 und S1 betroffen. Eine Lähmung dieser Nervenabgänge führt zu einer Fußheberschwäche (L5) oder Fußsenkerschwäche (S1). Bei Auftreten einer Lähmung ist immer allerhöchste Vorsicht geboten, da eine höhergradige Lähmung über mehrere Tage zu einem bleibenden Schaden führen kann.

Bandscheibenprolaps
(Bandscheibenvorfall)

Ein Bandscheibenvorfall kann dagegen, wenn er das Längsband durchbrochen hat oder neben dem Längsband Richtung Nervenwurzel verläuft, zu einer heftigen Schmerzausstrahlung in die Beine führen. Dann liegt ein Wurzelkompressionssyndrom vor.

Konus-Kauda-Syndrom
(Einklemmung des Rückenmarkendes)

Ein weiterer Notfall liegt vor, wenn z.B. der Bandscheibenvorfall auf das Ende des Rückenmarks drückt. Dieses kann zu einer Lähmung der Schließmuskel von Blase und Darm führen, häufig verbunden mit einer Taubheit der Genitalregion. Dann muss sofort eine Abklärung und Behandlung der Ursache erfolgen.

Spinalkanalstenose
(Verengung des Wirbelkanals)

Als weitere strukturelle Ursache von Rücken- und insbesondere Beinschmerzen ist die Spinalkanalstenose zu nennen. Diese führt häufig zu einer schmerzbedingten Einschränkung der Gehstrecke, zu Schmerzen bei längerem Stehen und ist nicht selten mit einem zunehmenden Taubheitsgefühl der Beine verbunden. Typischerweise führt ein Vornüberbeugen oder Hinsetzen zu einer Linderung der Beschwerden.

Spondylarthrose
(Arthrose der kleinen Wirbelgelenke)

Nehmen die Rückenschmerzen eher beim Durchdrücken des Rückens zu, so scheinen die kleinen Wirbelgelenke zu schmerzen. Die Ursache liegt häufig in Arthrose der kleinen Wirbelgelenke, die auch Facettengelenke genannt werden.

Iliosakralgelenk
(ISG)-Arthrose

Das Iliosakralgelenk stellt die Verbindung zwischen der Wirbelsäule und dem Becken dar. Aufgrund der hohen statischen Belastung wird dieses Gelenk sehr stark beansprucht und neigt zur Verursachung hartnäckiger tiefsitzender Rückenschmerzen. Trotz der soliden Gelenkstruktur entwickelt auch dieses Gelenk Verschleiß. Bei besonderen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises steht das Iliosakralgelenk sogar im Mittelpunkt.

Osteochondrose
(Arthrose der Bandscheiben)

Der fortschreitende Verschleiß der Bandscheiben kann zu starken Rückenschmerzen insbesondere beim Sitzen führen. Dieser Verschleiß führt angefangen mit einem Elastizitätsverlust, über eine Austrocknung bis zu einer kompletten Auflösung der Bandscheibe. Die Folge ist eine Selbstversteifung oder eine Instabilität der Wirbelsäule.

Degenerative Spondylolisthese
(verschleißbedingtes Wirbelgleiten)

Führt ein Bandscheibenverschleiß zu einer Instabilität der direkt übereinanderliegenden Wirbelkörper, so sprechen wir von einem Wirbelgleiten. Dieses Gleiten kann zu einem heftigen Instabilitätsschmerz der Wirbelsäule mit einem Gefühl des „Durchbrechens“ führen. Das Gleiten kann aber auch zu einer Einengung der Nervenwurzeln führen, was wiederum zu starken Beinschmerzen führt.

Degenerative Skoliose
(verschleißbedingte seitliche Wirbelsäulenverkrümmung)

Ein asymmetrischer Bandscheibenverschleiß und eine besondere Form des Wirbelgleitens (Drehgleiten) führen zur Ausbildung einer seitlichen Wirbelsäulenverkrümmung, die zu einer schweren Störung der Wirbelsäulenstabilität und Schmerzen führen kann.

Osteoporose der Wirbelsäule
(abnehmende Knochendichte)

Die knöchernen Wirbelkörper selbst können auch Schmerzen verursachen, insbesondere wenn in höherem Alter die Knochenqualität und Knochendichte bei Osteoporose abgenommen hat. Schon kleinste Einbrüche der Wirbelkörper, ohne sichtbare Zeichen im Röntgenbild, verursachen z.T. starke Rückenschmerzen. Dann ist ein rasches Handeln erforderlich, um die Knochenqualität zu verbessern und weitere Einbrüche der Wirbel zu verhindern.

Spondylitis, Spondylodiszitis
(bakterielle Entzündung der Wirbelkörper bzw. der Bandscheibe)

Eine Entzündung der Wirbelkörper oder der Bandscheiben ist eine sehr seltene aber lebensbedrohliche Erkrankung. Infektionen und Entzündungen z.B. der Haut oder der Blase können über die Blutbahn in den gesamten Körper gestreut werden. Die Bakterien können sich in den gut durchbluteten Wirbelkörpern verfangen, dort einen schmerzhaften Entzündungsherd bilden und sich womöglich weiter ausbreiten.

Tumoren und Metastasen der Wirbelsäule

Ebenfalls selten sind gutartige und bösartige Tumoren der Wirbelsäule. Sie können die Wirbelkörper, den Wirbelkanal oder die Wirbelbögen befallen. In jedem Fall ist eine sehr genaue Abklärung des Tumors erforderlich, da durch eine frühzeitige Therapie mitunter weiterer Schaden abgewendet werden kann.

Schmerzen nach Operation?

In manchen Fällen treten nach zunächst erfolgreicher Operation an der Wirbelsäule zeitverzögert altbekannte oder neue Schmerzen auf. In einigen Fällen hat sogar die Operation nicht zu dem gewünschten Effekt geführt und die Schmerzen sind geblieben. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.

Minimal-invasive Schmerztherapie

Rezidiv-Bandscheibenvorfall

Trotz erfolgreicher Operation eines Bandscheibenvorfalls kann durch den bestehenden Riss in der Bandscheibe weiteres Bandscheibenmaterial austreten und Schmerzen verursachen. Das geschieht insbesondere in den ersten sechs Wochen nach der Operation, bis der Riss in der Bandscheibe verheilt ist.

Daher ist eine entsprechend vorsichtige Nachbehandlung zur Vermeidung einer Überlastung der Bandscheiben zu berücksichtigen.

Postnucleotomiesyndrom

Nach erfolgter Bandscheibenoperation finden körpereigene Reparaturprozesse statt. Es bildet sich natürliches Narbengewebe. Durch überschießendes Narbenwachstum jedoch kann es zu Verziehungen von Geweben und zu erneuten Einengungen von Nervenstrukturen kommen.

Durch besonders schonende (mikroinvasive, mikroskopische) Operationsverfahren kann die Narbenbildung auf ein Minimum reduziert werden.

Fortschreitender postoperativer Bandscheibenverschleiß

Nach erfolgreicher Operation eines Bandscheibenvorfalles setzt sich der natürliche Verschleiß der Bandscheibe fort. Das kann über Monate bis Jahre zu einer schmerzhaften Arthrose (Osteochondrose) der Bandscheibe führen, die ggf. einer weiteren Behandlung, manchmal auch einer Versteifung (Fusion), bedarf.

Durch eine intensive Krankengymnastik mit Kräftigung der Rumpfmuskulatur und regelmäßigen Eigenübungen kann ein Fortschreiten der Degeneration vermieden werden.

Anschlussdegeneration

Nach einer Versteifungsoperation der Wirbelsäule kommt es zu einer mechanischen Mehrbelastung der Nachbarbandscheiben. Für eine gesunde Bandscheibe stellt dies kein Problem dar. Bei einer durch Verschleiß vorgeschädigten Bandscheibe allerdings kann die Mehrbelastung zu einer Zunahme des Verschleißes führen.

Durch muskelkräftigende Übungen, Stützmieder und Vermeidung einer Überlastung kann die Belastung der Bandscheiben reduziert werden.